Ein Kombikessel vereint einen Holzvergaser und einen Pelletkessel in einem Gerät. Du heizt mit Scheitholz, wenn du Zeit und Holz hast, und der Kessel übernimmt mit Pellets, sobald das Holz abgebrannt ist und der Pufferspeicher Wärme braucht. Damit löst er das größte Problem des reinen Scheitholzkessels: Die Heizung bleibt warm, auch wenn niemand nachlegt.
Wie funktioniert ein Kombikessel?
Je nach Bauart hat der Kessel zwei getrennte Brennkammern oder eine gemeinsame, in die wahlweise Scheite oder Pellets gelangen. Im Scheitholzbetrieb arbeitet er wie ein Holzvergaser mit Saugzug und geregelter Verbrennung. Fällt die Temperatur im Speicher und ist kein Holz mehr im Füllraum, zündet die Regelung den Pelletbrenner. Bei vielen Modellen läuft dieser Wechsel automatisch, bei einigen musst du von Hand umschalten.
Was muss beim Einbau stimmen?
Der Kessel braucht Platz für zwei Brennstoffe: trockenes Scheitholz in Reichweite und Pellets im Vorratsbehälter oder in einem Lager mit Zuführung. Weil der Scheitholzteil eine volle Füllung auf einmal abgibt, gelten beim Pufferspeicher die strengen Werte des Holzvergasers. Die 1. BImSchV verlangt für handbeschickte Kessel mindestens 55 Liter je Kilowatt, die KfW für ihre Förderung ebenfalls. Bei 20 kW sind das mindestens 1.100 Liter. Dazu kommen das Gewicht der Kessel, das bei Kombigeräten schnell mehrere hundert Kilogramm erreicht, und die Einbringung in den Keller.
Was kostet ein Kombikessel?
Die Preise für Kombikessel streuen je nach Hersteller und Leistung stark, eine verlässliche Marktübersicht gibt es nicht. Als Orientierung hilft der Aufbau: Ein Kombikessel enthält die Technik von Holzvergaser und Pelletkessel, braucht den großen Speicher des Holzvergasers und gegebenenfalls ein Pelletlager. Hol dir deshalb Angebote für Kombikessel und zum Vergleich für einen reinen Pelletkessel ein. Die Kostenpunkte beider Systeme stehen im Ratgeber Holzheizung: Kosten.
Welche Förderung gibt es für einen Kombikessel?
Kombikessel fallen unter die Biomasse-Förderung der KfW: 30 Prozent Grundförderung, dazu für Selbstnutzer Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus. Neben dem Pufferspeicher von 55 Litern je Kilowatt verlangen die technischen Mindestanforderungen für beide Betriebsarten eine geregelte Verbrennung und einen Raumheizungsnutzungsgrad von mindestens 81 Prozent. Beim Staub verschärft sich die Förderbedingung am 1. Oktober 2027 auf einheitlich 2,5 mg je Kubikmeter für alle Biomasseanlagen. Mehr im Ratgeber Förderung für Holzheizungen.
Häufige Fragen
Schaltet ein Kombikessel automatisch auf Pellets um?
Bei den meisten aktuellen Modellen ja: Ist das Scheitholz abgebrannt und der Speicher leer, startet der Pelletbetrieb von selbst. Es gibt auch Kessel, bei denen die Umschaltung von Hand oder nur als Option automatisch erfolgt; das steht im Datenblatt.
Wie groß muss der Pufferspeicher beim Kombikessel sein?
Für die KfW-Förderung mindestens 55 Liter je Kilowatt, wie beim reinen Scheitholzkessel. Das liegt am handbeschickten Teil, der eine volle Holzfüllung auf einmal abgibt.
Brauche ich für einen Kombikessel ein Pelletlager?
Nicht zwingend. Manche Kessel haben einen Vorratsbehälter für Sackware. Wer den Pelletteil als echte Grundlast nutzt, plant aber ein Lager mit automatischer Zuführung, sonst geht der Komfortvorteil verloren.