Heizungsart

Holzvergaser: So heizt der Scheitholzkessel

Ein Holzvergaser verbrennt Scheitholz besonders sauber und günstig, verlangt aber Handarbeit und einen großen Pufferspeicher. Technik, Kosten, Förderung.

Anschaffung
ab 8.100 € plus Speicher
Brennstoffkosten
niedrig
Platzbedarf
Holzlager und großer Puffer
Geeignet für
Häuser mit eigenem Brennholz

Ein Holzvergaser ist ein Zentralheizungskessel für Scheitholz, der das Holz in zwei Stufen verbrennt: Im Füllraum schwelt es und gibt Holzgas ab, in einer zweiten Brennkammer verbrennt dieses Gas mit gezielt zugeführter Luft bei hoher Temperatur. Das macht ihn deutlich sauberer und sparsamer als einen alten Naturzugkessel. Er bleibt aber ein Kessel, den du von Hand befeuerst.

Wie arbeitet ein Holzvergaserkessel?

Du füllst den Füllraum mit Scheiten und zündest an. Ein Saugzuggebläse zieht die Holzgase nach unten durch eine Düse in die Brennkammer, eine Lambdasonde oder ein Temperaturfühler liefert der Regelung die Werte, mit denen sie die Luftzufuhr steuert. So brennt jede Füllung kontrolliert ab, die Wärme fließt in einen Pufferspeicher. Ist das Holz verbrannt, holen sich die Heizkreise die Wärme aus dem Speicher, bis du wieder auflegst.

Weil der Kessel immer mit voller Leistung abbrennen soll, ist der Pufferspeicher hier keine Kür. Die 1. BImSchV schreibt für handbeschickte Kessel mindestens 12 Liter Speicher je Liter Füllraum vor, mindestens aber 55 Liter je Kilowatt Nennleistung. Bei einem 20-kW-Kessel sind das wenigstens 1.100 Liter. Wie du den Speicher auslegst, steht im Ratgeber Pufferspeicher für Holzheizungen.

Was kostet ein Holzvergaser?

Die Vermittlungsplattform Enter nennt für einen Holzvergaser mit 10 bis 15 kW einschließlich Einbau 8.100 bis 13.000 Euro, für 20 bis 25 kW 10.000 bis 15.500 Euro. Der Pufferspeicher kostet je nach Größe 1.900 bis 3.800 Euro extra, eine Sanierung des Schornsteins 1.000 bis 3.000 Euro, falls sie nötig wird. Damit ist der Holzvergaser in der Anschaffung die günstigste Zentralheizung mit Holz.

Beim Brennstoff spart er am meisten, wenn du Holz aus dem eigenen Wald oder günstig als Langholz bekommst und selbst spaltest. Ein Raummeter Buche liefert bei 20 Prozent Wassergehalt nach Berechnung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft etwa 1.885 kWh, Fichte etwa 1.333 kWh. Braucht dein Haus 20.000 kWh Wärme im Jahr, sind das grob 11 Raummeter Buche oder 15 Raummeter Fichte, Kesselverluste noch nicht eingerechnet.

Wie viel Arbeit macht ein Holzvergaser?

Hier entscheidet sich, ob der Kessel zu dir passt. Das Holz muss gesägt, gespalten, gestapelt und ein bis zwei Jahre getrocknet werden. Im Winter legst du täglich auf, entleerst regelmäßig die Asche und reinigst den Kessel. Wer verreist, braucht jemanden, der heizt, oder eine zweite Wärmequelle. Eine Solarthermieanlage kann im Sommer das Warmwasser übernehmen, dann bleibt der Kessel monatelang kalt.

Welche Förderung gibt es für einen Holzvergaser?

Scheitholzvergaser fördert die KfW wie Pelletkessel mit 30 Prozent Grundförderung, dazu kommen Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus. Die technischen Mindestanforderungen verlangen einen Pufferspeicher von mindestens 55 Litern je Kilowatt, eine Leistungs- und Feuerungsregelung mit Temperaturfühler oder Lambdasonde und einen Staubausstoß von höchstens 15 mg je Kubikmeter. Ab dem 1. Oktober 2027 gilt für die Förderung ein Grenzwert von 2,5 mg; frag beim Angebot nach, ob der Kessel diesen Wert mit Prüfstandsmessung einhält. Die Details stehen unter Förderung für Holzheizungen.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich bei einem Holzvergaser nachlegen?

Das hängt vom Füllraum, vom Pufferspeicher und vom Wetter ab. Ein groß genug bemessener Speicher nimmt die Wärme eines vollen Abbrands auf; im Winter legst du dann meist ein- bis zweimal am Tag auf, in der Übergangszeit seltener.

Wie trocken muss das Holz sein?

Die 1. BImSchV verlangt eine Holzfeuchte unter 25 Prozent, das entspricht etwa 20 Prozent Wassergehalt. Gespaltenes Holz erreicht das nach der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bei guter Lagerung innerhalb eines Jahres.

Wird ein Holzvergaser gefördert?

Ja, über die KfW-Heizungsförderung mit 30 Prozent Grundförderung plus Boni. Voraussetzung sind unter anderem ein Pufferspeicher mit mindestens 55 Litern je Kilowatt und ein Staubausstoß von höchstens 15 mg je Kubikmeter, ab Oktober 2027 höchstens 2,5 mg.