Heizungsart

Wasserführender Kaminofen: Was er kann und was nicht

Ein wasserführender Kaminofen speist Wärme in die Heizung ein und entlastet den Kessel. Warum er keine Förderung bekommt und welche Regeln für ihn gelten.

Geeignet für
Ergänzung zur bestehenden Heizung

Ein wasserführender Kaminofen ist ein Scheitholzofen mit eingebautem Wärmetauscher. Ein Teil der Wärme strahlt wie gewohnt in den Raum, ein anderer Teil erwärmt Wasser, das über Leitungen in einen Pufferspeicher und von dort in die Zentralheizung fließt. So nutzt das ganze Haus etwas vom Feuer im Wohnzimmer, und der Hauptkessel springt seltener an.

Wie wird ein wasserführender Kaminofen eingebunden?

Der Ofen wird an den Heizkreis angeschlossen, meist über einen Pufferspeicher, den auch der vorhandene Kessel oder eine Wärmepumpe nutzt. Eine Pumpengruppe sorgt dafür, dass das Wasser erst dann in den Speicher fließt, wenn der Ofen warm genug ist. Weil ein Holzfeuer sich nicht einfach abschalten lässt, braucht die Anlage Sicherheitstechnik gegen Überhitzung, etwa eine thermische Ablaufsicherung. Planung und Anschluss gehören deshalb in die Hand eines Heizungsbauers.

Was bringt ein wasserführender Kaminofen?

Am meisten, wenn du ohnehin regelmäßig Feuer machst. Dann wandert Wärme, die sonst das Wohnzimmer überheizt, in den Speicher und spart Öl, Gas oder Strom für die Wärmepumpe. In der Übergangszeit kann der Ofen den Kessel zeitweise ganz ersetzen. Eine eigenständige Heizung wird er dadurch nicht: Er brennt nur, solange jemand nachlegt, und liefert nachts oder bei Abwesenheit keine Wärme.

Welche Regeln gelten für den Kaminofen?

Kaminöfen sind nach der 1. BImSchV Einzelraumfeuerungen. Für Öfen, die seit 2015 aufgestellt werden, gelten höchstens 0,04 g Staub und 1,25 g Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas. Ältere Öfen, die diese Werte nicht einhalten, mussten je nach Datum auf dem Typschild nachgerüstet oder stillgelegt werden; die letzte Frist für Öfen von 1995 bis März 2010 endete am 31. Dezember 2024. Verbrannt werden darf nur naturbelassenes, trockenes Holz mit weniger als 25 Prozent Holzfeuchte sowie Briketts und Pellets nach Norm, soweit der Hersteller sie freigibt.

Häufige Fragen

Gibt es Förderung für einen wasserführenden Kaminofen?

Nicht über die KfW-Heizungsförderung. Die technischen Mindestanforderungen schließen handbeschickte Einzelöfen aus, und dazu zählt der Scheitholz-Kaminofen auch mit Wassertasche. Ob dein Land oder deine Kommune eigene Zuschüsse vergibt, erfährst du dort.

Muss der Schornsteinfeger einen Kaminofen messen?

Nein, Einzelraumfeuerungen sind von der Messung alle zwei Jahre ausgenommen. Der Bezirksschornsteinfeger prüft bei der Feuerstättenschau, ob der Ofen zulässig ist und mit erlaubtem Brennstoff betrieben wird.

Kann ein wasserführender Kaminofen die Heizung ersetzen?

Nur in Ausnahmefällen. Er brennt nur, solange jemand nachlegt, und liefert nachts oder bei Abwesenheit keine Wärme. Als alleinige Heizung kommt er allenfalls in sehr kleinen, gut gedämmten Häusern mit großem Pufferspeicher in Frage.