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Pelletheizung oder Wärmepumpe: Was passt zu deinem Haus?

Pelletheizung oder Wärmepumpe? Kosten, Förderung, Platzbedarf und Eignung im Vergleich und woran du erkennst, welches System zu deinem Haus passt.

Redaktion Holzheizungen.de, Ratgeber HeiztechnikAktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Beide Systeme erhalten derzeit 30 Prozent Grundförderung plus Boni von der KfW.
  • Die Pelletheizung liefert hohe Vorlauftemperaturen und passt in unsanierte Altbauten mit Heizkörpern.
  • Die Wärmepumpe braucht kein Lager, arbeitet aber nur in Häusern mit niedrigen Vorlauftemperaturen richtig effizient.
  • Für Wärmepumpen soll die Grundförderung im ersten Quartal 2027 auf 15 Prozent sinken, außer bei Geräten aus der EU.

Ob Pelletheizung oder Wärmepumpe besser passt, entscheidet vor allem das Haus. Die Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn sie das Heizwasser nur wenig erwärmen muss, also in gedämmten Gebäuden mit Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern. Die Pelletheizung liefert auch hohe Vorlauftemperaturen ohne Effizienzverlust und ist deshalb im unsanierten Altbau oft die einfachere Lösung. Danach kommen Platz, Kosten und die Frage, wie viel du dich um deine Heizung kümmern willst.

Welche Heizung passt zu welchem Haus?

Eine Wärmepumpe holt Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Je höher die Temperatur sein muss, desto mehr Strom braucht sie. Der ADAC nennt für Wärmepumpen einen Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent, aus einer Kilowattstunde Strom werden also drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Am oberen Ende liegt man nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen.

Die Pelletheizung erreicht laut ADAC etwa 90 Prozent Wirkungsgrad, unabhängig davon, wie heiß das Heizwasser sein muss. Ein Altbau mit kleinen Heizkörpern, der 60 oder 70 Grad Vorlauf braucht, macht ihr nichts aus. Wer nicht dämmen oder Heizkörper tauschen will, ist mit Pellets deshalb oft besser bedient.

Was kosten Pelletheizung und Wärmepumpe?

Pelletheizung Wärmepumpe
Anschaffung Einfamilienhaus 15.000 bis 25.000 € 15.000 bis 50.000 €
Wartung, Schornsteinfeger pro Jahr rund 300 bis 430 € rund 150 bis 250 €
Brennstoff Pellets, Oktober 2026: 464,61 € je Tonne Strom, oft mit Wärmepumpentarif
Platz Heizraum plus Lager Außengerät oder Bohrung, Innengerät

Die Anschaffungskosten stammen vom ADAC, der Pelletpreis vom Deutschen Pelletinstitut. Die große Spanne bei der Wärmepumpe ergibt sich aus der Wärmequelle: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist deutlich günstiger als eine Erdwärmepumpe mit Bohrung. Bei den laufenden Kosten entscheidet das Verhältnis von Strompreis zu Pelletpreis, und beide schwanken. Eine Wärmepumpe in einem gut gedämmten Haus kommt mit wenig Strom aus, im unsanierten Altbau kann die Stromrechnung höher ausfallen als gedacht.

Wie werden beide Systeme gefördert?

Derzeit fördert die KfW beide mit 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer beim Austausch einer fossilen Heizung und bis zu 40 Prozent Einkommensbonus, insgesamt höchstens 70 oder 80 Prozent von 28.000 Euro. Die Pelletheizung muss dafür die Staubgrenzwerte einhalten, die ab dem 1. Oktober 2027 auf 2,5 mg je Kubikmeter sinken.

Bei der Wärmepumpe ändert sich die Förderung früher. Nach der Richtlinie vom Sommer 2026 sinkt die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen im ersten Quartal 2027 auf 15 Prozent. Weitere 15 Prozentpunkte gibt es nur, wenn das Gerät seinen Ursprung in der EU hat. Wie dieser Ursprung nachgewiesen wird und an welchem Tag die Regel startet, war im Oktober 2026 noch offen. Die Details zur Holzheizung stehen im Ratgeber Förderung für Holzheizungen.

Was spricht für welches System?

Spricht für die Pelletheizung Spricht für die Wärmepumpe
Hohe Vorlauftemperaturen ohne Effizienzverlust, gut für unsanierte Altbauten Kein Lager, keine Lieferungen, keine Asche
Kein Außengerät, der Kessel steht im Keller Niedrigere Wartungskosten laut ADAC
Brennstoff aus heimischen Sägenebenprodukten, ein Jahr lagerbar Kein Feinstaub am Haus
Grundförderung bleibt 2027 zunächst bei 30 Prozent Lässt sich mit Photovoltaik für eigenen Strom kombinieren

Am Ende hilft eine einfache Frage weiter: Würde dein Haus mit einer Wärmepumpe effizient laufen, ohne dass du viel umbauen musst? Wenn ja, spricht vieles für die Wärmepumpe. Wenn nein, oder wenn du die Ölheizung samt Tankraum ohnehin durch ein Pelletlager ersetzen kannst, ist die Pelletheizung die naheliegende Wahl. Eine Energieberatung mit Blick auf Heizlast und Vorlauftemperatur klärt das vor dem Kauf.

Häufige Fragen

Ist eine Pelletheizung umweltfreundlicher als eine Wärmepumpe?

Beide gelten als erneuerbare Heizung. Die Pelletheizung verbrennt Holz und stößt dabei Feinstaub aus, die Wärmepumpe verursacht Emissionen nur über den Strom, den sie verbraucht. Wie sauber sie ist, hängt am Strommix und an der Effizienz im konkreten Haus.

Kann ich Pelletheizung und Wärmepumpe kombinieren?

Ja. Eine Wärmepumpe kann im Sommer und in der Übergangszeit Warmwasser und Heizung übernehmen, der Pelletkessel springt bei Kälte ein. Das kostet zwei Geräte, kann aber in großen oder schlecht gedämmten Häusern sinnvoll sein.

Welche Heizung ist leiser?

Der Pelletkessel steht im Keller und ist außerhalb des Heizraums kaum zu hören, nur das Einblasen bei der Lieferung ist laut. Eine Luft-Wärmepumpe hat ein Außengerät, dessen Geräusch bei der Aufstellung zu Nachbarn bedacht werden muss.

Redaktion Holzheizungen.deRatgeber Heiztechnik

Die Redaktion arbeitet Förderrichtlinien, Verordnungen und Marktdaten zum Heizen mit Holz auf. Förderbedingungen und Preise gleichen wir mit den Merkblättern von KfW und BAFA sowie den Erhebungen des Deutschen Pelletinstituts ab und aktualisieren die Artikel, sobald sich etwas ändert.