Ratgeber · Förderung

Förderung für Holzheizungen 2026: KfW-Zuschuss, Boni und Fristen

Pelletheizung, Holzvergaser oder Hackschnitzel: Welche Förderung die KfW seit Juli 2026 zahlt, welche Boni sinken und was ab 2027 für Holzheizungen gilt.

Redaktion Holzheizungen.de, Ratgeber HeiztechnikAktualisiert am 9 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Die KfW fördert Pellet-, Scheitholz- und Hackschnitzelkessel im Programm 458 mit 30 Prozent Grundförderung.
  • Mit Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus sind bis zu 70 Prozent möglich, bei Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent.
  • Gefördert werden höchstens 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit; ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Betrag halbjährlich um 750 Euro.
  • Der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro ist seit dem 21. Juli 2026 gestrichen.
  • Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten bei der KfW gestellt sein.

Eine neue Holzheizung fördert der Staat 2026 über den Zuschuss 458 der KfW, die „Heizungsförderung für Privatpersonen“. Grundlage ist die Richtlinie zur Bundesförderung für effiziente Gebäude vom 17. August 2026, die neuen Fördersätze gelten seit dem 21. Juli 2026. Für Holzheizungen hat die Reform zwei Dinge geändert: Der Zuschlag für besonders emissionsarme Anlagen ist weg, und Bonus wie Kostenobergrenze schrumpfen ab Februar 2027 Schritt für Schritt.

Welche Holzheizungen werden gefördert?

Gefördert werden Heizungsanlagen, die feste Biomasse verbrennen, ab einer Nennleistung von 5 kW. Dazu gehören Pelletkessel, Hackschnitzelkessel, Holzvergaser für Scheitholz, Kombikessel und Pelletöfen mit Wassertasche. Ausgeschlossen sind nach den technischen Mindestanforderungen luftgeführte Pelletöfen, handbeschickte Einzelöfen wie der Kaminofen, auch mit Wassertasche, und Anlagen mit Naturzug. Ebenfalls nicht gefördert werden Eigenbauten, Prototypen und gebrauchte Anlagen.

Gefördert wird nur im Bestand, also beim Heizungstausch oder bei der Erweiterung in einem bestehenden Wohngebäude. Hat deine Gemeinde per Satzung den Anschluss an ein Wärmenetz vorgeschrieben, gibt es für eine Einzelheizung keinen Zuschuss.

Wie hoch ist die Förderung für eine Holzheizung?

Die Förderung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen, die sich addieren, aber gedeckelt sind.

30 %Grundförderung für alle Antragsteller
16 %Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer, sinkt ab Februar 2027
bis 40 %Einkommensbonus für Selbstnutzer

Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten bekommt jeder, der eine geförderte Holzheizung einbaut, auch Vermieter.

Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent zusätzlich, wenn du das Haus selbst bewohnst und eine funktionstüchtige alte Heizung ersetzt. Bei Öl-, Kohle-, Gasetagen- und Nachtspeicherheizungen spielt das Alter keine Rolle. Eine Gas- oder Biomasseheizung muss bei Antragstellung seit mindestens 20 Jahren in Betrieb sein.

Einkommensbonus: Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro erhalten 40 Prozent, bis 40.000 Euro 30 Prozent und bis 50.000 Euro 10 Prozent. Lebt mindestens ein Kind unter 18 Jahren mit Kindergeldanspruch im Haushalt, steigen die Grenzen einmalig um 10.000 Euro.

Zusammen gibt es höchstens 70 Prozent. Für Selbstnutzer mit einem Einkommen bis 30.000 Euro, mit Kind bis 40.000 Euro, liegt die Grenze bei 80 Prozent.

Welche Kosten sind förderfähig?

Für die erste Wohneinheit erkennt die KfW höchstens 28.000 Euro an, für die zweite bis sechste je 15.000 Euro, ab der siebten je 8.000 Euro. Dazu zählen Kessel, Pufferspeicher, Pelletlager mit Austragung, Schornsteinarbeiten, die Demontage der alten Heizung und der hydraulische Abgleich, soweit sie zur geförderten Anlage gehören.

Bei einem Einfamilienhaus mit 28.000 Euro förderfähigen Kosten ergibt das bei 30 Prozent Grundförderung 8.400 Euro. Mit Klimageschwindigkeitsbonus sind es 46 Prozent oder 12.880 Euro, mit der Höchstgrenze von 70 Prozent 19.600 Euro und bei 80 Prozent 22.400 Euro. Kostet die Anlage mehr als 28.000 Euro, trägst du den Rest selbst; für ihn gibt es den Ergänzungskredit der KfW.

Welche technischen Anforderungen muss die Holzheizung erfüllen?

Die Anlage muss in der Liste förderfähiger Wärmeerzeuger stehen oder die Anforderungen per Prüfnachweis belegen. Die wichtigsten Werte:

Anforderung Pellet- und Hackgutkessel Pelletofen mit Wassertasche Holzvergaser (Scheitholz)
Pufferspeicher mind. 30 l je kW mind. 30 l je kW mind. 55 l je kW
Staub bis 30.09.2027 höchstens 10 mg/m³ höchstens 15 mg/m³ höchstens 15 mg/m³
Staub ab 01.10.2027 höchstens 2,5 mg/m³ höchstens 2,5 mg/m³ höchstens 2,5 mg/m³
Raumheizungsnutzungsgrad mind. 81 % mind. 81 % mind. 81 %

Für Kombikessel gilt beim Pufferspeicher der Wert des Holzvergasers. Dazu kommen ein hydraulischer Abgleich der Heizung und eine geregelte Verbrennung. Ob ein Modell die Werte erfüllt, bestätigt dir der Heizungsbauer oder der Energieeffizienz-Experte in der Bestätigung zum Antrag. Frag beim Angebot gezielt nach dem Staubwert, wenn der Einbau erst im Herbst 2027 oder später geplant ist.

Was ändert sich 2027 beim Austausch einer bestehenden Holzheizung?

Ab einem Stichtag im ersten Quartal 2027 fördert die KfW keine neue Heizung mehr, wenn das Haus bereits mit einer erneuerbaren Anlage beheizt wird, die seit dem 1. Januar 2008 in Betrieb ist. Das betrifft auch Pellet- und Scheitholzkessel. Für ältere Anlagen gibt es weiterhin einen Zuschuss, allerdings gelten dann pauschal nur 25 Prozent der Gesamtkosten als förderfähig. Wer eine Holzheizung aus den Jahren nach 2008 ersetzen will, sollte den Antrag deshalb vor diesem Stichtag stellen. Ein genaues Datum war im Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht.

Wie läuft der Antrag ab?

Die Reihenfolge ist festgelegt, und wer sie nicht einhält, verliert den Anspruch.

  1. Angebot und Vertrag: Du holst Angebote ein und schließt mit dem Heizungsbauer einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, die ihn an die Förderzusage knüpft. Der Vertrag nennt ein voraussichtliches Umsetzungsdatum.
  2. Bestätigung zum Antrag: Der Heizungsbauer oder ein Energieeffizienz-Experte erstellt die Bestätigung zum Antrag mit den technischen Daten.
  3. Antrag: Du stellst den Antrag selbst im Kundenportal „Meine KfW“ und lädst Vertrag und Bestätigung hoch.
  4. Umsetzung: Nach der Zusage beginnen die Arbeiten. Du hast 36 Monate Zeit.
  5. Nachweis und Auszahlung: Der Fachbetrieb bestätigt die Durchführung, du reichst Bestätigung und Rechnungen innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Rechnung ein. Danach zahlt die KfW aus.

Gibt es eine Alternative zum Zuschuss?

Statt des KfW-Zuschusses kannst du die Kosten nach Paragraf 35c des Einkommensteuergesetzes absetzen, wenn du das Haus selbst bewohnst und es bei Beginn der Arbeiten älter als zehn Jahre ist. Über drei Jahre verteilt mindern 20 Prozent der Kosten deine Steuerschuld, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht. Bei einer Holzheizung bis 28.000 Euro ist der Zuschuss mit mindestens 30 Prozent fast immer die bessere Wahl; der Steuerbonus kann sich lohnen, wenn die Anlage deutlich teurer ist oder der Zuschuss ausgeschlossen ist.

Wie sich die Förderung auf die Gesamtkosten auswirkt, steht im Ratgeber Holzheizung: Kosten, die Einzelheiten zur Pelletheizung unter Pelletheizung: Kosten.

Häufige Fragen

Wird ein Kaminofen gefördert?

Nein. Handbeschickte Einzelöfen und luftgeführte Pelletöfen sind von der KfW-Heizungsförderung ausgeschlossen. Gefördert wird der Pelletofen mit Wassertasche, wenn er die technischen Mindestanforderungen erfüllt.

Bekomme ich Förderung, wenn ich eine alte Pelletheizung austausche?

Bis zum Stichtag im ersten Quartal 2027 gelten die normalen Sätze; den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es dabei nur, wenn die alte Biomasseheizung mindestens 20 Jahre läuft. Danach fördert die KfW den Austausch einer seit dem 1. Januar 2008 betriebenen Biomasseheizung nicht mehr; bei älteren Anlagen gelten pauschal nur 25 Prozent der Gesamtkosten als förderfähig.

Kann ich Förderung und Steuerbonus kombinieren?

Nicht für dieselbe Maßnahme. Statt des Zuschusses kannst du bei einem selbst genutzten Haus, das älter als zehn Jahre ist, 20 Prozent der Kosten über drei Jahre von der Steuer abziehen, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Bei einer Holzheizung bringt der KfW-Zuschuss in der Regel mehr.

Gibt es zusätzlich Förderung vom Bundesland?

Einige Länder und Kommunen haben eigene Programme, die sich teils mit der KfW-Förderung kombinieren lassen. Die Regeln unterscheiden sich stark; eine Übersicht nach Bundesland folgt.

Redaktion Holzheizungen.deRatgeber Heiztechnik

Die Redaktion arbeitet Förderrichtlinien, Verordnungen und Marktdaten zum Heizen mit Holz auf. Förderbedingungen und Preise gleichen wir mit den Merkblättern von KfW und BAFA sowie den Erhebungen des Deutschen Pelletinstituts ab und aktualisieren die Artikel, sobald sich etwas ändert.