Ein Pelletofen mit Wassertasche steht wie ein Kaminofen im Wohnraum, ist aber an die Zentralheizung angeschlossen. Um den Brennraum liegt ein Wärmetauscher, der den größten Teil der Wärme an das Heizwasser abgibt. Viessmann gibt für seine wasserführenden Pelletöfen an, dass nur etwa 20 Prozent der Wärme in den Aufstellraum gehen; der genaue Anteil hängt vom Modell ab.
Wie funktioniert ein wasserführender Pelletofen?
Ein Vorratsbehälter im Ofen nimmt die Pellets auf, eine Schnecke dosiert sie in den Brennraum, die Zündung läuft elektrisch. Anders als ein Kaminofen arbeitet er damit automatisch und lässt sich über die Heizungsregelung oder einen Thermostat steuern. Das Heizwasser fließt in einen Pufferspeicher, von dort in Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung.
Was der Ofen nicht kann, ist das Nachfüllen. Der Behälter wird von Hand mit Sackware befüllt, wenn kein Anschluss an ein Pelletlager besteht. Das ist der wichtigste Unterschied zur Pelletheizung im Keller.
Für welche Häuser eignet sich ein Pelletofen mit Wassertasche?
Gut passt er in Häuser mit geringem Wärmebedarf, in denen ein ausgewachsener Kessel überdimensioniert wäre, etwa sanierte Einfamilienhäuser oder Neubauten. Wird ein dicht gebautes Haus mit Lüftungsanlage beheizt, braucht es ein raumluftunabhängiges Modell mit Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik. Er lässt sich auch als zweite Wärmequelle neben einer Wärmepumpe oder einer bestehenden Gasheizung einbinden.
Die Leistung muss zum Raum passen. Viessmann nennt als Mindestgröße 4 Kubikmeter Raumvolumen je Kilowatt Heizleistung, ein Wohnzimmer mit 24 Kubikmetern trägt also höchstens 6 kW. Wie viel davon ins Heizwasser geht, steht im Datenblatt als wasserseitige Leistung.
Welche Grenzwerte und Förderung gelten?
Die 1. BImSchV erlaubt Pelletöfen mit Wassertasche, die seit 2015 aufgestellt werden, höchstens 0,02 g Staub und 0,25 g Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas und verlangt einen Wirkungsgrad von mindestens 90 Prozent. Als Einzelraumfeuerung fällt er nicht unter die Messung alle zwei Jahre; der Schornsteinfeger prüft ihn bei der Feuerstättenschau.
Gefördert wird er über die KfW-Heizungsförderung wie ein Pelletkessel mit 30 Prozent Grundförderung plus Boni, wenn er die technischen Mindestanforderungen erfüllt: unter anderem einen Pufferspeicher von mindestens 30 Litern je Kilowatt, einen Raumheizungsnutzungsgrad von mindestens 81 Prozent und höchstens 15 mg Staub je Kubikmeter, ab dem 1. Oktober 2027 höchstens 2,5 mg. Öfen ohne Wassertasche fördert die KfW nicht. Mehr unter Förderung für Holzheizungen.
Häufige Fragen
Kann ein Pelletofen mit Wassertasche das ganze Haus heizen?
In Häusern mit geringem Wärmebedarf ja, wenn seine wasserseitige Leistung zur Heizlast passt und ein Pufferspeicher eingebunden ist. In größeren oder schlecht gedämmten Häusern dient er meist als Ergänzung zu einem Kessel oder einer Wärmepumpe.
Wird ein Pelletofen ohne Wassertasche gefördert?
Nein. Luftgeführte Pelletöfen, die nur den Aufstellraum heizen, schließen die technischen Mindestanforderungen der Bundesförderung aus.
Wie oft muss ich den Pelletofen befüllen?
Das hängt vom Vorratsbehälter ab. Viessmann gibt für ein eigenes Modell bis zu 40 kg Pellets und bis zu 110 Stunden Laufzeit an. Größere Anlagen lassen sich mit einer Saugleitung an ein Pelletlager anschließen, das ist aber nicht bei jedem Modell vorgesehen.