Eine Pelletheizung verbrennt gepresste Holzspäne in einem Zentralheizungskessel und versorgt das ganze Haus mit Heizwärme und Warmwasser. Anders als beim Kaminofen legst du nichts von Hand nach: Eine Förderschnecke oder ein Saugsystem holt die Pellets aus dem Lager, die Zündung läuft elektrisch, und die Regelung passt die Brennstoffmenge an den Wärmebedarf an. Im Alltag bedienst du sie damit fast wie eine Öl- oder Gasheizung.
Wie funktioniert eine Pelletheizung?
Der Kessel steht im Heizraum und ist über einen Pufferspeicher mit den Heizkreisen verbunden. Fordert die Regelung Wärme an, fördert die Austragung Pellets in den Brennteller, ein Heißluftgebläse zündet sie, und das Gebläse regelt die Luftzufuhr. Die Abgase geben ihre Wärme im Wärmetauscher an das Heizwasser ab, das den Pufferspeicher lädt. Aus dem Speicher holen sich Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung die Wärme, so muss der Brenner nicht bei jeder kleinen Anforderung anspringen.
Die Asche fällt in einen Behälter, den du je nach Anlage und Verbrauch alle paar Wochen leerst. Viele Kessel reinigen ihren Wärmetauscher automatisch; den Rest erledigt die jährliche Wartung durch den Fachbetrieb.
Was kostet eine Pelletheizung?
Der ADAC beziffert eine Pelletheizung für ein Einfamilienhaus inklusive Montage und Lager auf etwa 15.000 bis 25.000 Euro. Davon entfallen 4.000 bis 14.000 Euro auf den Kessel, 2.000 bis 9.000 Euro auf das Pelletlager und 700 bis 2.000 Euro auf den Pufferspeicher. Für Wartung und Schornsteinfeger kommen laut ADAC jedes Jahr rund 300 bis 430 Euro dazu.
Die Brennstoffkosten hängen am Pelletpreis. Im Oktober 2026 hat das Deutsche Pelletinstitut 464,61 Euro je Tonne gemeldet, bei einer Abnahme von 6 Tonnen. Bei 5 Tonnen Jahresbedarf wären das gut 2.300 Euro im Jahr. Die ausführliche Aufstellung steht im Ratgeber Pelletheizung: Kosten, die Preisentwicklung unter Pelletpreise.
Welche Förderung gibt es 2026 für eine Pelletheizung?
Pelletkessel fördert die KfW im Programm 458 mit 30 Prozent Grundförderung. Selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen, bekommen 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus dazu; bei einer Gas- oder Biomasseheizung gilt der Bonus nur, wenn sie seit mindestens 20 Jahren läuft. Der Einkommensbonus bringt bis zu 40 Prozent. Insgesamt sind 70 Prozent möglich, bei Haushalten bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen 80 Prozent, gerechnet auf höchstens 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit.
Der Kessel muss dafür die technischen Mindestanforderungen erfüllen: Bis Ende September 2027 darf er höchstens 10 mg Staub je Kubikmeter Abgas ausstoßen, ab dem 1. Oktober 2027 nur noch 2,5 mg. Den früheren Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr. Alles zu Boni, Fristen und Antrag steht im Ratgeber Förderung für Holzheizungen.
Welche Voraussetzungen muss das Haus erfüllen?
Platz für Kessel und Lager
Der ADAC rechnet für Kessel und Warmwasserbereitung mit etwa 3,7 Quadratmetern Stellfläche, dazu kommt das Lager. Als Faustwert gelten 0,9 Kubikmeter Lagerraum je Kilowatt Heizlast, Leerraum eingerechnet. Ein Haus mit 15 kW Heizlast braucht also rund 13,5 Kubikmeter für einen Jahresvorrat. Ist kein Raum für ein gemauertes Lager frei, bleiben ein Gewebetank, ein Außensilo oder ein Erdtank. Mehr dazu im Ratgeber Pelletlager.
Schornstein und Zufahrt
Der Schornstein muss für feste Brennstoffe geeignet sein, oft wird ein Edelstahlrohr eingezogen. Für die Lieferung braucht der Silowagen eine Zufahrt, von der aus er die Pellets über einen Schlauch in das Lager bläst. Beides klärst du vor dem Kauf mit dem Bezirksschornsteinfeger und dem Heizungsbauer.
Pelletheizung oder Wärmepumpe?
Beide Systeme erhalten dieselbe Grundförderung. Die Pelletheizung liefert ohne Effizienzverlust auch hohe Vorlauftemperaturen und passt deshalb in unsanierte Altbauten mit kleinen Heizkörpern. Die Wärmepumpe spielt ihre Stärke in gedämmten Häusern mit Flächenheizung aus und braucht weder Lager noch Brennstofflieferung. Die Abwägung mit allen Kostenpunkten steht unter Pelletheizung oder Wärmepumpe.
Häufige Fragen
Wie viele Pellets braucht ein Einfamilienhaus im Jahr?
Der ADAC rechnet bei einem Einfamilienhaus mit etwa 4 bis 6 Tonnen Pellets pro Jahr. Wie viel es bei dir sind, hängt vom Wärmebedarf des Hauses ab; der bisherige Öl- oder Gasverbrauch ist dafür der beste Anhaltspunkt.
Wie lange hält eine Pelletheizung?
Der ADAC nennt für Pelletheizungen eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren. Entscheidend sind regelmäßige Wartung und saubere Pellets mit wenig Abrieb.
Braucht eine Pelletheizung einen Pufferspeicher?
Für die KfW-Förderung ja: Die technischen Mindestanforderungen verlangen bei Pelletkesseln mindestens 30 Liter Speichervolumen je Kilowatt Nennleistung. Auch ohne Förderung verlängert der Speicher die Brennerlaufzeiten und spart Zündungen.
Muss der Schornsteinfeger eine Pelletheizung messen?
Ja. Ein Pelletkessel ab 4 kW wird nach der 1. BImSchV einmal in jedem zweiten Kalenderjahr auf Staub und Kohlenmonoxid gemessen.