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Pufferspeicher für die Holzheizung: Welche Größe du brauchst

Wie groß der Pufferspeicher für Holzvergaser, Pelletkessel oder Hackschnitzelheizung sein muss: Vorgaben der 1. BImSchV, Förderbedingungen und Rechenbeispiele.

Redaktion Holzheizungen.de, Ratgeber HeiztechnikAktualisiert am 6 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Für Holzvergaser schreibt die 1. BImSchV mindestens 55 Liter je kW vor, mindestens aber 12 Liter je Liter Füllraum.
  • Für die KfW-Förderung brauchen Pellet- und Hackgutkessel mindestens 30 Liter je kW, Scheitholz- und Kombikessel 55 Liter je kW.
  • Ein 20-kW-Holzvergaser braucht also mindestens 1.100 Liter Speicher.

Ein Pufferspeicher ist ein großer, gedämmter Wassertank, der die Wärme des Kessels aufnimmt und an die Heizkreise abgibt, wenn sie gebraucht wird. Bei Holzheizungen ist er kein Zubehör, sondern Pflicht: Für handbeschickte Kessel schreibt ihn die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung vor, für die Förderung verlangt ihn die KfW bei allen Biomassekesseln. Wie groß er sein muss, hängt vom Kessel ab.

Warum braucht eine Holzheizung einen Pufferspeicher?

Ein Holzfeuer lässt sich nicht beliebig drosseln. Ein Holzvergaser verbrennt eine volle Füllung am saubersten unter Volllast, und diese Wärme muss irgendwohin, auch wenn das Haus gerade wenig braucht. Der Speicher nimmt sie auf und gibt sie über Stunden ab. Bei Pellet- und Hackschnitzelkesseln verhindert er, dass der Brenner bei jeder kleinen Anforderung startet und nach wenigen Minuten wieder ausgeht. Weniger Starts bedeuten weniger Staub, weniger Verschleiß und eine bessere Ausnutzung des Brennstoffs.

Welche Größe schreibt die 1. BImSchV vor?

Für Holzkessel mit Wasser als Wärmeträger, die seit dem 22. März 2010 errichtet wurden, verlangt die 1. BImSchV einen Wärmespeicher von 12 Litern je Liter Brennstofffüllraum, mindestens aber 55 Litern je Kilowatt Nennwärmeleistung. Für automatisch beschickte Kessel reichen 20 Liter je Kilowatt. Ausgenommen sind automatisch beschickte Anlagen, die die Grenzwerte auch bei kleinster einstellbarer Leistung einhalten, außerdem Anlagen, die ohnehin nur unter Volllast laufen oder in einem System mit Reservekessel die Grund- und Mittellast decken. Einzelraumfeuerungen wie Kaminöfen fallen nicht unter diese Vorgabe.

Welche Größe verlangt die Förderung?

Die KfW verlangt in den technischen Mindestanforderungen für alle geförderten Biomassekessel einen Pufferspeicher, unabhängig von den Ausnahmen der Verordnung.

Kessel 1. BImSchV KfW-Förderung
Holzvergaser (Scheitholz) 55 l je kW, mind. 12 l je Liter Füllraum 55 l je kW
Kombikessel Scheitholz und Pellets 55 l je kW, mind. 12 l je Liter Füllraum 55 l je kW
Pelletkessel 20 l je kW, Ausnahme möglich 30 l je kW
Hackschnitzelkessel 20 l je kW, Ausnahme möglich 30 l je kW
Pelletofen mit Wassertasche keine Vorgabe 30 l je kW

Rechenbeispiele

Holzvergaser mit 20 kW und 150 Litern Füllraum: Nach der Kilowattregel sind es 20 × 55 = 1.100 Liter, nach der Füllraumregel 150 × 12 = 1.800 Liter. Der größere Wert gilt, also mindestens 1.800 Liter.

Pelletkessel mit 15 kW: Für die Förderung 15 × 30 = 450 Liter. Mehr Volumen ist sinnvoll, wenn eine Solarthermieanlage eingebunden wird oder der Speicher auch das Warmwasser bereitet.

Pelletofen mit Wassertasche und 8 kW wasserseitiger Leistung: 8 × 30 = 240 Liter. Viessmann sieht in seinem Systemaufbau für wasserführende Pelletöfen einen Speicher mit mindestens 500 Litern vor.

Was kostet ein Pufferspeicher?

Der ADAC nennt für den Pufferspeicher einer Pelletheizung 700 bis 2.000 Euro, die Vermittlungsplattform Enter für Holzvergaser je nach Größe 1.900 bis 3.800 Euro. Der Speicher zählt zu den förderfähigen Kosten der Heizung. Wichtig ist neben dem Volumen eine gute Dämmung, denn ein großer Speicher mit schlechter Hülle verliert rund um die Uhr Wärme an den Keller. Mehr zu den Gesamtkosten steht im Ratgeber Holzheizung: Kosten.

Häufige Fragen

Kann ich meinen alten Pufferspeicher weiter nutzen?

Grundsätzlich ja, wenn er dicht, ausreichend gedämmt und groß genug ist. Für die Förderung zählt das gesamte eingebundene Speichervolumen; ein vorhandener Speicher kann angerechnet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Pufferspeicher und Warmwasserspeicher?

Der Pufferspeicher enthält Heizungswasser und dient als Wärmepuffer für die Heizkreise. Trinkwasser fließt nicht hindurch, sondern wird über einen Wärmetauscher oder eine Frischwasserstation erwärmt. Ein Kombi- oder Hygienespeicher vereint beides in einem Behälter.

Wie viel Platz braucht ein Pufferspeicher?

Das hängt von der Bauform ab. Für die Planung zählen Durchmesser mit Dämmung, Höhe einschließlich Kippmaß beim Aufstellen und die Breite von Türen und Treppen auf dem Weg in den Keller. Große Volumen lassen sich deshalb auch auf zwei Behälter verteilen.

Redaktion Holzheizungen.deRatgeber Heiztechnik

Die Redaktion arbeitet Förderrichtlinien, Verordnungen und Marktdaten zum Heizen mit Holz auf. Förderbedingungen und Preise gleichen wir mit den Merkblättern von KfW und BAFA sowie den Erhebungen des Deutschen Pelletinstituts ab und aktualisieren die Artikel, sobald sich etwas ändert.